Schattenspiele

21.5.`98

 

Habe vom WDR das Arbeitsblatt samt Adressen zum sex. Missbrauch in Psychotherapien bekommen - zu schreiben, was das spontan alles auslöste, ist mir jetzt zu viel, bin wie betäubt. Aber eines will ich doch festhalten:

 

habe das Bild, so ähnlich könnte sich ein/e Deutscher/Deutsche gefühlt haben, als die Siegermächte einmarschierten:

einerseits das Ende des schon gewohnheitsmäßigen Unrechts, d.h. einer Zeit, in der Unrecht zu Recht geworden war, einer Zeit des „öffentlichen“ Wahnsinns -

und doch waren es die eigenen Leute, die diesen Wahnsinn betrieben hatten, und irgendwo

fühlte man sich trotz allem ihnen zugehörig; die jetzt kamen waren Fremde

das Ende eines Alptraums; aber wirkliches Leben, konnte es das noch einmal geben?

 

Was auch an Hilfe kam, es würden Fremde sein, Besatzungsmächte; die Eigenen hatten einen verraten; wie eine solche Erfahrung verarbeiten?

 

Was jetzt kommt, ist eine neue Generation von Therapeuten, es sind nicht mehr „meine“ Leute...

Ich verspüre keine Lust, mich den fremden Mächten anzuvertrauen, aber bin froh, dass die auf den Kopf gestellte Zeit zuende geht;

andere Zeiten werden anbrechen, und was man mir angetan hat, wird irgendwann einmal wirklich Unrecht sein

 

21.10.07 22:12

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