Schattenspiele

Sa 22.7.95

 

Artikel P.F. Gott/Psychoanalyse

 

 

„Zwischen“

Ich dachte, in unserem Zwischen könnte das kranke Kind heilen.

Zwischen uns, wir beide uns mit ihm befassend, nicht ich, mich in das Kind verwandelnd, an ihn geklettet

 

Aber dann hat er in die alte Kerbe gehauen, das alte Schreckensbild, die alte Rolle übernommen

 

Das, was wir die ganze zeit machen, ist nicht das, was ich wollte, als ich mich zur Therapie entschied. Ich mache jetzt etwas andres. Ich bekämpfe etwas mich krank machendes in ihm, in der Situation. Vielleicht macht mich das ein wenig stärker. Aber es nicht was ich wollte.

Und nicht was ich glaube, was sinnvoller gewesen wäre.

Wir tun das Falsche. Es ist nicht Heilung. In dem, was ich vorhatte, wären wir Gleiche gewesen. Wäre ich nicht so abhängig gewesen. Wäre ich frei gewesen, mich meinem Problem zu nähern.

 

Ich weiß nicht, ob er nicht anders Therapie machen kann, ob meine Vorstellung für ihn Schwachsinn ist.

 

 

Gott erschaffen, nicht als Verlängerung der Eltern, sondern als etwas Neues, als Baustein zu einer eigenen Selbstdefinition. Ich denke, so etwas war/ist die Vorstellung „Gott“ für mich. Er/Sie war Maßstab dafür, wie ich bin/ sein darf, meinen Wert, mein Selbstbild. Daran habe ich gemessen, wie die andern mich behandeln.

Offenbar habe ich dabei das richtige Maß noch nicht gefunden.

Wo alte Wunden berührt werden, reagiere ich wie auf massive Kränkungen.

 

Meine Gottes- und Wertvorstellungen sind Schild gegen alte Erfahrungen.

 

Armin hat eine grundlegende Vorstellung zerstört – gesagt: die Welt ist doch so böse.

 

Was für eine Illusion war das Eichhörnchen vor dem >Baum? Eine hilfreiche oder eine lebensfeindliche?

Assoziation: es sitzt vor etwas Totem.

 

Ich wollte/ will etwas anderes: Mit ihm vorwärtsgehen kann ich nicht aus Mangel an vertrauen, Kränkungen etc; rumstreiten ist rückwärts, weiter das Falsche. Wenn ich wenigstens stehen bleiben könnte. Das wäre ein echter Fortschritt!

 

Sind nicht alle meine Gottes- und andere Bilder Schutzschilder gegen eine böse, unverständliche Welt?

 

Symbiose mit mir selbst... Ich erschaffe ein geschlossenes System. Statt daran zu arbeiten, ist er in das System eingedrungen – zumindest habe ich es so erlebt – mein Gleichgewicht ist außer Kraft gesetzt, aber mit ihm an dieser Stelle ist’s schrecklich.

Es ist nicht falsch mit diesen Schutzschildern, dem eigenen System, aber es sind Übergangslösungen ( im Sinne von Winnicotts Übergangsobjekten). Es muss weitergehen. But wie?

 

Er startet einen Angriff auf dieses system. So geht’s nicht. Ich will es freiwillig öffnen. S.o.

 

Ich trau ihm nicht. Wenn man schon von pathologischer Abwehr ausgeht – wo soll der Raum für freiwilliges Öffnen sein, ein „Zwischen“, wie ich es verstehe?

 

21.10.07 22:18

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