Schattenspiele

Sehr geehrter Herr K –

es ist falsch, Ihnen zu schreiben, denn ich glaube, Sie dürfen überhaupt nicht begreifen, wieviel Leid Sie mir zugefügt haben, weil Sie sonst zusammenbrächen. Und das widerum könnte ich nicht verkraften.

Und genau das ist Teil des Stachels, der mir im Fleisch sitzt, und eitert und schmerzt und mich zur Raserei bringt.

Sie haben mich ins Schweigen verdammt, und weil ich Sie nicht umbringen will, muss ich dieses Schweigen aufrecht erhalten.

Sie sind dazwischen gegangen, als ich ein Gespräch mit einem Außenstehenden suchte (Dr. G), und haben ihn so beeinflusst, dass er nicht mehr bereit war, mit mir über die Dinge zu reden. Damit demonstrierten Sie auch – mal wieder – ihre reale Macht, die Sie ansonsten als ‘so groß sei sie doch gar nicht’ abschwächten. Nun, Sie haben gezeigt, wie groß sie ist.

Als Sie das Gespräch mit mir abbrachen, nahmen Sie mir jede Möglichkeit, die Situation aufzulösen. Dass „Bruch“ nicht hilft, hätte Ihnen schon xxxxx sagen können, und Abbruch ergibt nur einen Sinn, wenn Sie die Situation ausgelöst hätten. Das haben Sie aber nicht, sondern xxxxxx war an eine Zeitklausel geknüpft, die ablief.

Ihr Arbeitsauftrag war, diese Verschiebung aufzulösen, die Klausel als Illusion zu entlarven helfen – statt dessen haben Sie mich gequält, gequält und nochmal gequält, aber aufgelöst habenSie nichts.

Wenn Sie wenigstens den Mut und den Anstand gehabt hätten, Hilflosigkeit zuzugeben, und den Weg woanders hin offen zu lassen, anstatt ihn mir zu verstellen (und verbal mir genau den Weg zu empfehlen, den Sie zugemauert hatten, denn der Weg zu Dr. G war zu nach Ihrem Eingreifen; nicht Einbildung, sondern er hat deutlich gesagt, dass es über die „Therapie“ bei Ihnen nichts mehr zu besprechen gäbe – das war nochmal eine Sauerei erster Güte und zeigt, worum es Ihnen ging: nämlich um sich – für verantwortliches Handeln war da kein Raum mehr) – dann hätte ich gehen können. So nicht – der Stachel sitzt tief, und bindet mich innerlich an einen Menschen, der sich inkompetent und verantwortungslos verhält – auch wenn ich glaube, dass er sich am allermeisten damit selbst verrät – wenn ich auch auf diese Entpuppung keinen Wert mehr lege – ich möchte einfach nur frei sein, endlich wieder frei.

Ich merke, dass es das Gefühl, immer noch gebunden zu sein, verringert, wenn ich schreibe, Ihnen das Unzumutbare sage, auch wenn es keine Lösung mehr gibt.

Aber ob es richtig ist? Ich müsste anders damit fertig werden, das fände ich richtig. Aber ich kann es nicht.

Aber so scheint es mir fast wie: Mein Leben oder Ihres.

Ich glaube nicht, dass Sie es ertragen können, mit der Tragweite Ihres Versagens konfrontiert zu werden. Es wäre ein Geschenk, wenn Sie es könnten. Aber ich kann das nicht voraussetzen. Und damit verbietet sich der Brief.

Worüber ich am sauersten bin: Sie haben mir eine unlösbare Situation eingebrockt, und es liegt bei mir, eine Lösung zu finden, obwohl Sie der Täter sind.

Wie schaffe ich es zu sagen: ich weigere mich, diese Aufgaben zu lösen? Sie ist nicht lösbar, hören Sie auf, mich zu quälen?

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Ich glaube, dass Schreckliche für Sie ist, dass ich (anscheinend) nicht begreife, dass ich Sie doch nicht abwehren müsste, dass Sie doch nun wirklich keine Horrorgestalt sind, und ich glaube, das macht Sie so rasend, dass Sie sich „unglaublich“ verhalten – aber Sie übersehen, dass Sie sich mir gegenüber Dinge geleistet haben, die wirklich einfach nur geschmacklos und widerlich waren.

Vielleicht ist auch das Schlimme, dass das Richtige, was zwischen uns war (schon bei dem Wort „uns“ sträuben sich mir die Haare), nun nicht gültig erscheint, weil es mit so menschenverachtendem Tun verknüpft ist. Vielleicht ist das mein Fehler. Ich hatte sogar den Sprung in die ‘Wach’-Realität kurzzeitig geschafft, ich hatte ihn, ich war herausgetreten aus dem Bann, und war Ihnen zutiefst dankbar, dass Sie mir das ermöglicht hatten, und offenbar war Ihnen schon dieser Dank wieder verdächtig, dem Ereignis wurde keine Aufmerksamkeit gewidmet, und – tja,’s war wohl doch nicht das richtige. Verloschen das Licht, das kurz aufgeflammt war. Sie sind ein unglaublicher Idiot.

Ich habe neulich einen Psycho gefragt, ob es eigentlich inzwischen offiziell so etwas wie eine „Dauerregression“ gebe, denn als solche würde ich xxxxxx + anschließende 5 Jahre bezeichnen. Er bejahte. Ich glaube aber, dass Sie nie begriffen haben, was es bedeutet, wenn jemand so lange in einer solchen Verfassung gefangen bleibt, wie tief ich darinnen war, und wie langsam und geduldig Sie hätten vorgehen müssen, mir in die Wirklichkeit zurück zu verhelfen. Der Zeitpunkt war ideal, Sie haben schlicht und ergreifend versagt, gepennt. Und jetzt ist es wirklich zu spät. Nun ja, frohes Schaffen weiterhin!

21.10.07 22:27

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