Schattenspiele

"Die Kapsel" sind verschiedene Fragmente die sich damit beschäftigen, was e i g e n t l i c h in der Klinik passiert ist, auf Seelenebene.

Geschrieben an K., zum großen Teil vermutlich '97

 

...

Verstehen Sie?

Je länger ich trocken war, umso klarer wurde, dass da etwas in mir ist, eingeschlossen wie in einer Kapsel, was krank ist,

und dass ich da dran muss, wenn ich trocken bleiben will.

Ich wollte wissen, was das für ein Schmerz ist, den sie berührte, brachte Briefe mit von meiner Mutter, hatte unerklärbare Bilder von meiner Mutter – da wollte ich dran -

Sie hat mir die Briefe abgenommen, die täten mich nur belasten, und immer wieder gesagt, ich könne doch nacherleben, was damals gefehlt hat.

Als sie mich umarmte, reagierte ich so stark mit Abdrehen, Fieber, wie nie. Ich sagte, dass sei nicht richtig (Tage später, als ich wieder „klar“ war), ich könnte sie doch auch nicht einfach umarmen, wir seien nicht „Gleiche“, da passiere etwas nicht Gutes – und sie hat mich ausgelacht und wieder umarmt und festgehalten – bis ans Ende der Stunde. usw. usw.

Sie hat den Platz meiner Mutter einfach neu besetzt, sie verdrängt – statt das ich lernte, was da in mir war. Genau wie mit Frank. Als ich mit ihm ganz vorsichtig – weil es raus musste – über meine Phantasien - er als der große Bruder, den ich mir immer gewünscht hatte - sprach, erklärte er diesen Wunsch für erfüllt, er sei mein großer Bruder von jetzt an – und so fings an.

Was das eigentlich Schlimme an all dem ist, ist dass ich so meine Wünsche, das, was da eigentlich in mir ist, nie kennenlernen konnte.

Und, dass Wünsche, alte Wünsche, gefährlich wurden, weil sie erfüllt wurden. Wünsche haben, und wollen, dass sie erfüllt werden, ist zweierlei.

Verstehen Sie, was ich meine? Diese Frau hat mich quasi meiner Geschichte beraubt, sie hat den Platz besetzt, weil sie es wollte, nicht, weil ich es will.

Und was ich Ihnen erzählen wollte, was der Anfang der Geschichte. Und wir hätten anfangen können, sie zu verstehen. Ich weiß, so ging’s nicht, aber sie hätten darauf nicht herumtrampeln dürfen.

neuer Zettel ohne Anfang

Aber „die Kapsel“ ist kein Fremdkörper, sondern lauter „Ich“, gewesenes Ich, Erinnerungen; alles körpereigen sozusagen, nicht fremd; aber sie enthielt auch lauter Angst, die ich als Kind nicht haben konnte und durfte. Sie hätte vorsichtig geöffnet werden müssen, Stück für Stück abgeleitet, betrachtet, suchen und untersuchen, integriert oder „weggeworfen“ werden müssen. So hat sich alles auf einmal entleert.

Weil „sie“ da war, konnte (und musste) alles auf einmal raus; und ich steh jetzt da mit diesem „alles auf einmal“. Es hat mich überschwemmt und sich überallhin verteilt, bis in den letzten Winkel meiner person; überall sitzt das, wovor ich Angst hatte.

Ich habe versucht, es zu bekämpfen, aber das ist destruktiv, weil ich damit mich überall bekämpfe, weil es sich „gemischt“ hat. Das Bekämpfen ist sinnlos. Ich muss die neue Ausgangssituation akzeptieren.

Aber ich muss es auch nicht hassen. Es ist „Ich“. Muss ich halt jeden Winkel meiner Person untersuchen, meine gesamte Persönlichkeit; jeden Teil untersuchen. Anders wär’s besser gewesen. Und ich muss selber eine Methode finden, denn es gibt keine Anleitung.

Hinter xxxxxx(klinik) habe ich zurück gewollt, das war mein „zurück“; weil ich da noch „gesund“ war, integer. Aber es geht nicht mehr. Was passiert ist, in xxxxxx(klinik), ist irreparabel.

Andererseits war ich ohne das Eingekapselte ja auch nicht glücklich. „Die kluge Else“ / das behinderte Kind – schon früh hat ein Teil, der emotionale, aufgehört sich zu entwickeln; alles war da zu Beginn der Therapie und wollte verstanden werden!

Der emotionale Teil kann nicht „aufgearbeitet“ werden, er muss wachsen – das hätte ich gewollt! ... wirklich?

Kein Gefühl ist mit der ratio zu bändigen – nur mit Angst, Druck

Und das Ganze muss mich erinnert haben an eine Zeit, in der meine Gefühle verboten waren, unterdrückt wurden; und zwar von den Menschen, die sie auslösten.

Die Angst stammt aus etwas, was vorbei ist, ist Teil einer Erinnerung, auch wenn ich sie nicht erinnere.

Er/sie ist/sind weder Antwort noch Ursache meiner Angst.

Indem sie vorgab, Antwort zu sein, wurde die Angst schlimmer, weil

a) sie eben nicht Antwort war, ich mit der Angst allein blieb

b) ich ihr glaubte, dass sie Antwort sei – und damit auch ursache

Für ihn gilt ähnliches:

er hat die Antwort verweigert, aber innerhalb der Ober-Spielregel: Ich bin Antwort.

(das war das Grausame)

Und es war seine Schlamperei, mehrfache Schlamperei, dass diese Oberregel wieder galt. Unzweifelhaft galt.

Und jetzt habe ich Angst

a) weil ich ganz allein bin mit dem, was ängstigt, ohne dass ich es verstehe, kenne;

b) das in mir, dass ihn für eine Antwort hält, Angst hat, weil ich so draufgehauen

hab.

Er ist nicht Antwort. Er hat zwar gepennt, aber er ist es nicht, und hat das auch nie gewollt. Du kannst das abhaken!!!

Das Alte kann ich nur aufarbeiten, mit wem ich eine stabile Beziehung im Jetzt herstellen kann.

Sie sind keine Antwort!!!

Sie sind keine Antwort!!!

Sie sind keine Antwort!!!!!!!!

Weiß genau, das ist in Ihrem Sinne, und doch solche Angst, als wage ich hiermit eine Unverfrorenheit. Also Altes. (Außer, dass Sie vielleicht von meinen „Faxen“ genervt sind)

Manchmal glaube ich, ich kann erst wieder klar denken, wenn ich alles los bin, so viel Wut los bin, dass da wieder Platz ist für was anderes.

Gespräch Frau C: Erinnerung, was war vor xxxxx(klinik), was ich einfach gebraucht hätte, welche Fehlentscheidung es allein schon war, mich in diese Klinik zu stecken...

Die Kapsel ist aufgegangen, hat sich entleert

16.9.

Ich glaube nicht, dass Patienten dazu da sind, die emanzipatorischen Ideen ihrer Therapeuten umzusetzen. Krankheit und schwere Verletzungen erfordern etwas anderes. Aber Sie benutzen Ihre Patienten für Ihre Ziele, Ihre Ideale – und wer die nicht teilt, gar nicht teilen kann (vielleicht sogar vorgibt, sie zu teilen, aus Not – und da beginnt schon der Missbrauch) – den dürfen, ja müssen Sie zu seinem/ihrem eigenen Besten erbarmungslos quälen. Das haben schon andere Ideologen vor Ihnen getan.

Glauben Sie wirklich, dass das Unrecht, dass Sie mir angetan haben, weniger Unrecht wird, dadurch, dass Ihre Analytikerschule es absegnet? Und dadurch, dass andere Kollegen dasselbe tun? Und dadurch, dass es keine Öffentlichkeit gibt, die dieses Unrecht sieht?

ohne, evtl. auch 16.9.

Und wenn meine Kritik komplexbedingt ist: das ist doch die ganze Freudsche Analyse auch. Ich glaube, das ist auch normal: jeder Mensch versucht, Mittel und Wege zu finden, seine Defizite zu bewältigen zu überwinden. Jeder gute Psychoanalytiker hat einfach nur ähnliche Komplexe wie Freud, und die Psychoanalyse hilft ihm, damit fertig zu werden (nicht unbedingt seinen Patienten)

20.9.

„Mütter, verwöhnende, machen aus ihren Kindern asoziale Autisten“ – hab ich gerade meinem Bruder geschrieben, um Dampf abzulassen– nach 8 Wochen Muttererfahrung (meiner WG-Mitglieder), und davor ein paar Wochen die andere Mutter der anderen...

Ich bin am Ende, verwirrt, zerstückelt, Fragment.

Ich weiß nicht, was sie aus mir gemacht hat, dazu fehlt mir der Spiegel. Aber mit dem Autismus ist was dran. Die Hülle kommt in Wirklichkeit von außen. Und sie schneidet den Menschen ab von seiner Umwelt und liefert ihn völlig aus (an die eine Person). Und weil es keinen Ausweg gibt, legt er sich auf den Rücken und lässt sich kraulen.... Wenigstens das habe ich nicht getan. Wenn sie gefragt hat, ob sie was für mich tun solle, kochen, einkaufen etc., habe ich dankend abgelehnt – innerlich voller Aggression auf ihre „Fürsorge“, die doch erst dazu geführt hat, dass sie jetzt fürsorglich sein „muss“, weil sie sieht, dass ich mich kaum mehr allein versorgen kann; äußerlich freundlich.

Und dasselbe hat Therapie mit mir gemacht: Sie hat mich genau in dieser Mutterkapsel eingeschlossen; die „Therapeutin“ in xxxxx(klinik) hat Barrieren eingerissen, die mich bis dahin – Gott sei Dank – geschützt hatten; indem sie mich in den Einzelstunden mit körperlicher Zuwendung überschüttete, gegen die ich, aus mehreren Gründen, wehrlos war. Und dann hat man mich, als das Unheilvolle dieser Beziehung offenbar wurde (leitender Arzt) meinem Schicksal überlassen – und ich war viele Jahre darin eingesperrt, weil das Problem jetzt losgelöst von der „Therapeutin“ war.

Und Sie haben nur auf mir herumgetrampelt und mich wiederum meinem Schicksal überlassen – obwohl Sie gesehen haben, dass ich da allein nicht rauskomme – und dass der Versuch mit Ihnen mich schon allen Mut gekostet hat.

In meinen Augen sind sie allesamt fahrlässig, verantwortungslos und skrupellos. Was aus mir wird, ist Ihnen scheißegal. Saftärsche!

Sie haben mich gezwungen, mich wie ein kleines Kind zu fühlen, indem Sie mich wie eines behandelt haben.

Oder meinen Sie vielleicht, Sie hätten mich als erwachsenen Menschen behandelt? Sie Träumer! Ich glaub, Sie wissen gar nicht, wie das geht. Sie haben mich ebenfalls wie ein Kind behandelt, nur wie ein böses, das Härte und Konsequenz braucht. Sie haben keinen Ausweg aus dem Alptraum aufgezeigt, weil Sie die erwachsene Frau in mir nie begriffen haben. Weil Sie keine Sympathie für diese Frau haben, hätten Sie mich beinahe umgebracht!

Ich hatte die Kapsel „zerschlagen“, nein, einfach verlassen, vor xxxxxKlinik) – und fand mich nur schwer zurecht in der so erweiterten Welt – mir war schwindlig von all dem. Und ich suchte Hilfe. „Hilfe“ hieß, dass man die Kapsel neu aufgebaut hat. Was seid ihr für Therapeuten!

Jetzt verstehe ich, was ich meinte, als ich ihr beschrieb, es sei wie ein eiserner Vorhang, der sich zwischen mich und die Welt schöbe – verzweifelt versuche ich, einen Zipfel festzuhalten, damit sie noch zu mir hereinkann, aber es gelingt mir nicht (xxxxxKlinik). xxxxx(klinik). Und dann Sie.

Einen Zipfel festhalten – nichts anderes, als einen Zipfel Welt festzuhalten habe ich versucht, wenn ich das Fenster für einen Moment öffnete, in den Sitzungen – Welt, da ist sie, sie ist noch da. Aber ich wurde trotzdem wieder verschluckt. Aber vor xxxxx(klinik) war ich nicht so, nie. Wann fangen sie an zu begreifen, dass Menschen auch in Therapien traumatisiert werden können?

Es gibt kein „dahinter zurück“, solange xxxxx(klinik) nicht aufgearbeitet ist. Aber konkrete Erinnerungen daran haben Sie nicht interessiert. Aber da liegt die Wurzel meines aktuellen Leidens, nicht in meiner Kindheit. Ich musste erleben, dass mein Wachstum zunichte gemacht wurde, mein konkretes Wachstum vor xxxxxx(klinik).

Als Sie mich entsetzlich verletzt hatte, Sie, ganz akut, wollten Sie über meinen Vater sprechen. Das ist nicht nur platt, das ist Gehirnwäsche, durch brutale Ignoranz und Mürbe-machen.

Solange Sie diese Dinge nicht begreifen, ist alles nur Gewäsch, was Sie von sich geben! Und Stümperei, was Sie tun.

A.K.

Und in meiner Verwirrung und Panik kralle ich mich an genau dem/der/ denen fest, die das Ganze doch erst erschaffen!

21.9.

Ich hätte Sie hereingelassen unter die Kuppel. Und von innen her hätten wir sie ausweiten können.

Aber Sie haben das abgelehnt – Sie wollten zeigen dass es diese Kuppel gar nicht gibt, oder ich sie selber lassen kann, oder was auch immer.

Aber das ist nicht wahr. Sie schützt mich auch. Ich kann sie nicht einfach so aufgeben. Aber Sie hätte ich hereingelassen. Weil ich Sie für ehrlich hielt. Mit Ihnen hätte ich die Wirklichkeit neu überprüft. Ich kann nicht einfach raus. Und ich kenne auch niemanden mehr, den ich hinein lassen würde.

Ich verstehe nicht, warum Sie mir nicht helfen, bzw. geholfen haben – denn jetzt ist’s eh passe. Vielleicht war alles richtig im Sinne Ihrer Analytiker-Schule – aber es war falsch – oder das Falsche wäre richtiger gewesen.

Ich dachte eben an ein autistisches Kind, das ich kenne, unter dem Vorzeichen dessen, was mir gestern klar wurde – und ich sehe es auch hier: die Mutter hält die Barriere aufrecht ( es ist übrigens hier keine Frau, die mich mit Aggressionen erfüllt, sondern eine, die ich lieb habe; deren Gegenwart mich niemals ängstigt). Wenn Joschi (das Kind) rauskommt und sich „unangemessen“ (= laut, aufdringlich, nähesuchend) verhält, geht sie sofort dazwischen und schickt ihn raus, anstatt uns das untereinander klären zu lassen.

Ich glaube, man kann die Kapsel „aufweichen“, je mehr Personen darunter können; erst eine mehr als eine, dann noch eine, und irgendwann verwischt der Übergang, und unmerklich wird die Kapsel überflüssig. Dass ich Sie reingelassen hätte, war ein unglaublicher Schritt.

Ich bin sehr traurig.

Offenbar hatten Sie mein Vertrauen gar nicht verdient. Es ging Ihnen nicht um mich. Es ging Ihnen darum, ein guter Analytiker zu sein.

„Darf“ denn ein Therapeut die Kapsel nicht betreten? Heißt Therapie nur, darüber zu reden, wie es dahinter ist?

Warum muss ich das aushalten? Ich kann doch nicht raus da – und selbst Briefe „rausschicken“ ist bedrohlich

Außerdem habe ich Angst, dass Sie das, was ich Ihnen schreibe, irgendwann einmal gegen mich wenden. Es ist ausschließlich dazu bestimmt, dass Sie es lesen (oder auch nicht lesen), aber zu nichts anderem, gar nichts anderem.

Gestern habe ich zum ersten Mal auf einmal daran gedacht, was vor xxxxx war – sah den Auslöser – er war mir die ganze Zeit nicht bewusst, und ich verstehe auch noch nicht, was da mit mir passierte; was da in mir passiert ist, dass ich so reagierte.

22.9.

Warum ich Ihnen eigentlich noch schreibe? Frage ich mich...

Es ist doch längst klar, dass Sie auf keiner Ebene der sind, den ich meinte; auch nicht der Therapeut, den ich gesucht habe; auch nicht der Therapeut, den ich bräuchte. Nur: Ich habe keinen anderen.

Ich brauche Sie, als „therapeutisches“ Gegenüber, als den Gesprächspartner, für den ich Sie hielt. Ich brauche Sie, um das herauszubringen, was ich bei jedem „Anfall“ herausbringe. Und ich glaube, ich tue damit etwas Gesundes. Auch wenn ich jedes mal fast zu Tode erschöpft bin und glaube, mich nie wieder zu erholen – insgesamt, über den ganzen Zeitraum betrachtet, geht es mir besser. Es ist nur schlimm, nie zu wissen, was mit Ihnen ist. Ich muss es herausbringen, aber was Sie aushalten können, weiß ich nicht, und habe auch keine Möglichkeit, es zu überprüfen. So bleibt es eine Gratwanderung zwischen „was muss gesagt werden“ und „was muss ich nicht sagen“. Falls Sie abwehren, mich nicht ernst nehmen und das, was ich sage, bräuchte ich mir keine Gedanken darum zu machen. Falls Sie meine Rückmeldung aber ernst nehmen, und Ihre Berechtigung erkennen, mute ich Ihnen viel zu.

Aber Sie haben mir Hilfe angeboten , und Sie haben mich in diese Situation gebracht, in der ich Sie so entsetzlich erlebe, dass es kaum möglich ist, Ihnen wiederum das, was das mit mir macht, zuzumuten, weil es zu schlimm ist.

Es ist ein schwerer Weg.

„Was willst Du, was ich Dir tue?“ einen Hilfesuchenden zu fragen, erscheint mir viel sinnvoller, als ihm zu sagen, was er braucht – dann wäre ich nämlich am Zuge gewesen, wäre mein Part deutlich geworden. Aber Sie haben mir gesagt, was ich brauche: eine Therapie (das wussten Sie schon nach der ersten Stunde); und in der Situation mit meiner Mutters Krebserkrankung wussten sie auch, welche Haltung ich einnehmen sollte(!) – und haben das sogar später noch verteidigt, es habe mich entlastet.

Klar, Entmündigung entlastet immer – anfangs.

Und Frau Dr. Ks Genialität, die nach 8 Jahren, die Sie mich nicht gesehen hat (wobei sie vorher auch nur einen Missbrauch vertuscht hat...) sofort weiß, wo ich stehe, wenn sie mich nur ansieht – fanden sie ganz normal. Sehr aufgeklärtes Menschenbild!

Jetzt habe ich doch wieder draufgehauen. Dabei wollte ich Ihnen eigentlich nur schreiben, dass ich wieder halbwegs o.k. bin.

Am Wochenende ist viel passiert, in mir, und wenn ich das erst mal ganz verstanden habe, ist vieles gut.

Ich glaube, ich fange langsam an, xxxxx zu bewältigen. So langsam erinnere ich mich auch wieder, was vor xxxxx war, und kann besser einordnen, was geschehen ist.

Für mehr fehlen mir im Moment die Worte und ich weiß auch noch nicht, ob ich sie haben will. Zeit.

A.K.

Ich glaube, dass es gute Therapeuten geben kann, auch wenn ich noch keinem begegnet bin – aber diesen Therapeuten nehme ich mir, indem ich Ihnen schreibe.

Was mir gerade noch einfällt (ich weiß auch nicht, warum, aber ich hab’s immer mal sagen wollen): was auch so ein Effekt Ihrer und auch Fr. Dr. Ks Reaktion war, war, dass ich Angst vor meinen Gefühlen bekam. Was muss da Schlimmes in mir lauern, wenn keiner es mit mir bearbeiten will! Selbst Sie nicht mehr – als wir ein paar Schritte weit gegangen waren, machten Sie einen Rückzieher. Sie hatten Angst, und machten mir Angst – aber ich wusste, dass ich da durch muss, und zwar zum damaligen Zeitpunkt. Aber Sie fanden das ja nicht sinnvoll – obwohl gar nix anderes mehr ging – Sie haben damit nur mein Vertrauen zerstört – Und ich glaube auch, dass es etwas ganz anderes war, was Sie nicht sinnvoll fanden; was hätte hilfreich sein können, wenn Sie’s offen gelegt hätten. Ich krieg immer wieder Wut, Herr K! Es war erbärmlich, ganz erbärmlich, was Sie da fabriziert haben. Aber wahrscheinlich wissen Sie das inzwischen selbst. Und es wird irgendwann vorbei sein, das weiß ich jetzt, und das sollen Sie auch wissen. Und auf eine Art habe ich Halt, auch durch Sie, auch jetzt. Das ist gut. Dafür Danke.

Ich weiß, es gibt auch eine andere Sicht, wie sie mir nach einem Traum klar wurde:

Dass Sie nämlich gar nichts falsch gemacht haben, und Sie gar keine andere Wahl hatten, als mir diesen ungeheuren Schmerz zuzufügen. Meine Vorwürfe mögen berechtigt , richtig, sein; aber sie sind letztlich irrelevant, denn das, was mich so quält, und gequält hat in unserer Begegnung, musste so kommen, und alles, was ich Ihnen vorwerfe, hat damit gar nichts zu tun.

Aber ich glaube, dass auch Ihnen erst viel zu spät klar geworden ist, wie weit weg ich war, wie tief abgetaucht – obwohl die Fassade noch stand. Ich habe zu H.D. mal gesagt, es ist, als sei ich getaucht, und ich darf, wie der Tiefseetaucher auch, nur ganz langsam auftauchen, sonst sterbe ich – andererseits war ich viel zu lange unten (nämlich all die Jahre seit xxxxx). Ich glaube, dass Sie das erst viel zu spät begriffen haben.

Ohne Datum

Die Kapsel ist aufgeplatzt. Statt langsam ablassen, alles auf einmal. Und Therapeutin keine Distanz, eher Spaß, die zu sein, die in der Blase war, sonnte sich in meiner Liebe; streicheln, nächtliche Telefonate etc., oder genervt. Es vermischte sich also über Jahre. Dann Sie: Guter im Seifenblasenspiel, aber auch Gewissheit, vorher: Sie hätten das nie für richtig befunden, solche Art von Therapie.

Ich habe diese Beziehung/Abhängigkeit nicht gewollt, aber ich war auch nicht in der Lage, ihr zu widerstehen. Ich glaube allerdings auch nicht, dass es Aufgabe, ja auch nur Recht von Therapie sein kann, jemanden so in Versuchung zu führen, statt ihn zu stärken. Falls Sie oder die Psychoanalyse das tatsächlich anders sehen, gibt es dafür nur einen Namen: Folter, Misshandlung.

Ich glaube, Sie haben nicht verstanden, was es heißt, wenn Überbleibsel der Vergangenheit auf solche Art Teil des Alltags werden – und über Jahre bleiben, weil die Verursacher nach dem Motto «Bloß weg!» handeln. Es war nicht zu lösen über Deutlich-Machen, was Sie nicht sind. Das hätte es in xxxxx bedurft. Jetzt war alles viel zu sehr verschmolzen.

Vielleicht konnte er mir gerade deshalb nicht helfen, weil er beider Welten Teil sein konnte.

24.10.07 23:58

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